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Dienstag, 24. Januar 2012

E-Mails mit IMAP

E-Mails mit IMAP
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Mit IMAP greifen Sie überall auf Ihre E-Mails zu. IMAP belässt alle Mails stets auf dem Mailserver. Deshalb können Sie Ihre E-Mails an jedem Ort der Welt immer wieder abrufen - mit jedem Gerät, ganz gleich ob PC, Smartphone oder Tablet.

Wer E-Mails an verschiedenen Geräten liest, der will stets auf den gleichen Datenbestand zugreifen. Das erfordert allerdings eine zentrale Verwaltung aller Nachrichten und Mail-Ordner.  Das gängige Mail-Protokoll POP3 ist damit überfordert. Stattdessen bietet sich das wesentlich modernere Internet Message Access Protocol, kurz IMAP genannt, an.
Die zentrale  Verwaltung  Ihrer E-Mails übernimmt bei IMAP ein Mailserver. Zur Bearbeitung Ihrer E-Mails lässt sich meist weiterhin Ihr gewohntes E-Mail-Programm verwenden, etwa Thunderbird oder Outlook.

Was ist IMAP überhaupt?
Das Internet Message Access Protocol, kurz IMAP, ist ein Internetprotokoll für die Verwaltung und den Abruf von E-Mails auf einem Mailserver. Der Anwender greift dabei auf einen E-Mail-Client wie z.B. Outlook, Thunderbird usw. auf den IMAP-Server zu und speichert oder verarbeitet dort seine E-Mails, ohne sie auf den Computer herunterladen zu müssen.
Im Vergleich zum POP3-Protokoll bietet Ihnen das moderne IMAP einige wesentliche Vorteile.

Vorteil 1: Orts- und geräteunabhängig
Der große Vorteil von IMAP ist, dass der Anwender Orts- und geräteunabhängig auf seine E-Mails zugreifen kann. IMAP-fähige Mailprogramme stehen sowohl für Windows, Linux als auch für mobile Betriebssysteme wie Android OS und Apple iOS zur Verfügung. Zudem bieten viele Mail-Provider Webmail-Zugänge zu IMAP-Konten.
Unabhängig davon, von wo aus und mit welchem Mail-Programm Sie auf Ihr IMAP-Konto zugreifen, stehen Ihnen alle Ordner und Mail-Informationen zur Verfügung. Sie sehen beispielsweise an jedem Gerät, welche E-Mails als "gelesen" oder "wichtig" markiert sind. Und: Während selbst verfasste Nachrichten bei POP3 nur auf dem Gerät gespeichert werden, an dem sie erstellt wurden, lassen sich bei IMAP auch bereits versendete E-Mails an allen Geräten einsehen.

Vorteil 2: Ressourcenschonend
Weil der Server sämtliche Nachrichten speichert, ist IMAP auf der Client-Seite erheblich ressourcenschonender als POP3. Das jeweilige Endgerät braucht nur eine geringe Speicherkapazität. Zudem werden Verwaltungsaufgaben zum Suchen, Filtern und Sortieren von E-Mails an den Server übertragen, wodurch der Client auch keine hohe Rechenleistung benötigt.

Vorteil 3: Datensicherheit
Ein weiterer Vorteil des IMAP-Verfahrens zeigt sich bei einer Panne oder dem Ausfall eines Clients. Nach solch einem Daten-Gau reicht bei IMAP die Neueinrichtung des Mail-Programms, damit Ihnen die E-Mails wieder im vollen Umfang zur Verfügung stehen. Bei POP3-Konten müssten Sie hingegen zusätzlich ein Backup Ihrer alten E-Mails einspielen. Fehlt ein solches Backup, dann sind Ihre E-Mails bei POP3 unwiederbringlich verloren.

Gibt es Nachteile bei IMAP?
Die zentrale Speicherung aller E-Mails auf dem IMAP-Server erfordert striktere Sicherheitsmaßnahmen. Hackern reicht meist schon die Kenntnis des Passworts, um auf sämtliche E-Mails eines IMAP-Kontos zuzugreifen, denn bei vielen Mail-Providern ist der Benutzername gleich der E-Mail-Adresse.
Um Lauschangriffe und ein Abgreifen des Passworts zu vermeiden, sollte vor allem in öffentlichen WLANs die Datenübertragung zum Mail-Server stets durch eine SSL-Verschlüsselung gesichert werden. Bietet Ihr IMAP-Dienstleister  keine verschlüsselte Verbindung an, dann sollten Sie in öffentlichen WLANs auf IMAP verzichten und stattdessen beispielsweise einen verschlüsselten Webmail-Zugang nutzen.
Zudem haben Sie während eines temporären Ausfalls des IMAP-Servers keinen Zugriff auf ältere E-Mails. Dies lässt sich allerdings vermeiden, wenn Sie einen Mail-Client verwenden, der Kopien Ihrer E-Mails auf Ihren PC speichert und diese bei bestender Internetverbindung mit dem IMAP-Server synchronisiert.

Das brauchen Sie
Neben einem IMAP-Client wie Outlook oder Thunderbird benötigen Sie lediglich ein IMAP-fähiges E-Mail-Konto. Ein solches Konto erhalten Sie beispielsweise bei Freemailern wie Arcor PIA Basic, Freenet Mail oder Google Mail sowie bei den meisten kostenpflichtigen Webhostern.
Dienste wie GMX Freemail oder Web.de Freemail bieten keinen kostenlosen IMAP-Zugang. Wenn Sie einen dieser Dienste nutzen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder wechseln Sie zu einem kostenpflichtigen IMAP-Angebot dieser Dienste, das den Mail-Abruf per IMAP unterstützt. Oder Sie nutzen einen Dienst wie Google Mail, der die eingehenden Mails Ihres POP3-Postfachs automatisch importiert und dann per IMAP bereitstellt.

Google Mail: POP3-Konten um IMAP erweitern
Wenn sich Ihre E-Mails nur per POP3 abrufen lassen, nutzen Sie Google Mail, um per IMAP auf Ihr POP3-Postfach zuzugreifen.
Die "E-Mail-Einstellungen" des Dienstes bietet zudem  Optionen, mit denen sich E-Mails eines POP3-Postfachs automatisch in Google Mail übernehmen lassen.
Nach der Registrierung und dem Login bei Google Mail klicken Sie rechts auf das Symbol "Optionen" und wählen "E-Mail-Einstellungen". Den automatischen E-Mail-Abruf Ihres POP3-Kontos richten Sie im Reiter "Konten" ein. Die entsprechenden Optionen finden Sie unter "Nachrichten über POP3 abrufen".
Wenn Sie weiterhin unter Ihrer alten E-Mail-Adresse schreiben möchten, dann konfigurieren Sie zusätzlich die Option "E-Mail senden als".  Anschließend wechseln Sie zum Reiter "Weiterleitung und POP/IMAP". Schließlich konfigurieren Sie Ihren IMAP-Client für den Zugriff auf Google Mail.

Neues IMAP-Konto einrichten
Die Einrichtung eines neuen IMAP-Kontos ist in Thunderbird schnell erledigt.
Nach der Installation und dem ersten Programmstart des Mail-Programms fordert Sie Thunderbird mit dem Dialog "Konto einrichten" automatisch zur Einrichtung eines neuen E-Mail-Kontos auf. Bei einer bereits bestehenden Thunderbird-Installation erreichen Sie den gleichen Dialog mit der Menü-Option "Datei, Neu, E-Mail-Konto...".
Im Dialog "Konto einrichten" tragen Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre E-Mail-Adresse und das Password Ihres IMAP-Zugangs ein. Nach einem Klick auf "Weiter" versucht Thunderbird, alle benötigten Informationen zum Server Ihres E-Mail-Dienstes zu ermitteln. Das gelingt meist sehr zuverlässig und so meldet das Mail-Programm wenige Sekunden später, dass die Einstellungen in der Mozilla-Provider-Datenbank gefunden wurden.
Der Mail-Client zeigt Ihnen dann die ermittelten Adressen des Posteingang- und Postausgang-Servers an und stellt Sie vor die Wahl zwischen IMAP und POP3. Prüfen Sie nun sämtliche Angaben. aktivieren Sie die Option "IMAP (Nachrichten auf dem Server speichern) und schließen Sie mit einem Klick auf "Konto erstellen"  die Grundkonfiguration des IMAP-Kontos ab.
Sollte Thunderbird die Einstellungen des von Ihnen verwendeten Servers nicht korrekt ermittelt haben, dann tragen Sie die benötigten Angaben selbst ein. Dazu klicken Sie links unten auf "Manuell bearbeiten" und setzen die Auswahlbox hinter "Posteingang-Server" auf "IMAP". Tragen Sie dann die Server-Adressen und Port-Nummern für den Posteingang- und Postausgang-Server ein. 
Alle diese Angaben erhalten Sie von Ihrem E-Mail-Dienstleister.
Sobald Sie alle Angaben vorgenommen haben, klicken Sie auf die Schaltfläche "Erneut testen", um zu prüfen, ob der Verbindungsaufbau klappt. Wenn das der Fall ist, schließen Sie die Einrichtung des IMAP-Kontos mit "Konto erstellen" ab.

IMAP absichern
Dazu wechseln Sie in Thunderbird über die Menüleiste zu "Extras, Konten-Einstellungen..." und klicken in der Liste am linken Rand unterhalb des mit Ihrer E-Mail-Adresse bezeichneten Konteneintrags auf "Server-Einstellungen". Prüfen Sie nun, ob unter "Sicherheit und Authentifizierung" die Option "STARTTLS" oder "SSL/TLS" als Verschlüsselungsmethode eingestellt ist.
Beide Methoden sichern die Verbindung zu Ihrem IMAP-Server durch eine Verschlüsselung des Datenverkehrs. Dazu wird die STARTTLS nach dem zunächst unverschlüsselten Verbindungsaufbau zum Server eine verschlüsselte Sitzung durch eine spezielles STARTTLS-Kommando eingeleitet. Alle nachfolgenden Daten werden dann zwischen Mail-Server und -Client nur noch verschlüsselt übertragen.
Bei SSL/TLS hingegen ist die Verbindung zum Server bereits während des Verbindungsaufbaus per SSL  verschlüsselt. Bei diesem Verfahren, das oft auch IMAPS genannt wird, muss der Server allerdings einen anderen Port - meist Port 993 - verwenden, um den verschlüsselten Verbindungsaufbau erkennen zu können.
Die entsprechenden SMTP-Einstellungen nehmen Sie dann in Thunderbird ebenfalls über die Konten-Einstellungen im Bereich "Postausgang-Server (SMTP)" vor.

Zusammenfassung

1. E-Mail-Zugriff:
Bei IMAP speichert und verwaltet ein Mail-Server im Internet alle E-Mails eines Postfachs. Mit einem IMAP-fähigen Mail-Programm bearbeiten Sie Ihre E-Mails direkt auf dem Server. IMAP-Mail- Programme sind für alle Endgeräte wie PCs, Tablets oder Smartphones verfügbar. Auf allen Geräten sehen Sie stets denselben Datenbestand.

2. E-Mail-Abruf:
Alle E-Mails verbleiben bei IMAP auf dem Mail-Server. Beim Mail-Abruf erhält Ihr E-Mail-Programm lediglich eine Kopie der E-Mail. Beim älteren POP3-Verfahren hingegen wird die E-Mail an das Mail-Programm geschickt und dann normalerweise sofort vom Mail-Server gelöscht.

3. E-Mail-Verwaltung:
Bei IMAP ist das Mail-Programm quasi eine Fernbedienung für den Mail-Server. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie neue Ordner wie "Privat" oder "Rechnungen" direkt auf dem Server ablegen. Beim POP3-Verfahren verwaltet das Mail-Programm die Daten nur auf Ihrem PC.

4. Verschlüsselung:
Das IMAP-Protokoll wird oft mit Secure Sockets Layer (SSL) kombiniert. Diese verschlüsselte IMAP-Variante heißt IMAPS. IMAPS verwendet auf dem Mail-Server einen anderen Port als IMAP. Die Verschlüsselungsanforderung erkennt der Mail-Server anhand der Port-Nummer.

5. E-Mail-Versand:
Wenn Sie E-Mails nicht empfangen, sonder verschicken, dann kommt stets das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) zum Einsatz. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie ein IMAP- oder ein POP3-Konto verwenden. Auch SMTP wird aus Sicherheitsgründen meist per SSL verschlüsselt.

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